Am Ende kommt es auf die Kanzleikultur an!

 

Dr. Dominique Finke ist seit Anfang 2022 als Anwältin bei Noerr und berät am Düsseldorfer Standort im Corporate/ M&A. Im Interview berichtet sie über ihren Weg zu Noerr und ihre Erfahrungen nach dem ersten halben Jahr.

Portrait Dominique FinkeLiebe Frau Dr. Finke, Noerr schreibt sich auf die Fahnen, dass hier alle Anwältinnen und Anwälte selbst Dinge bewegen, mitgestalten und frühzeitig eigenverantwortlich arbeiten können – entspricht das Ihrem Eindruck?
Absolut. Ich erlebe eine offene und lebendige Kanzleikultur in der der offene Austausch geschätzt wird und jeder eine Stimme hat. Die Kanzlei fördert das Eigenengagement ihrer Associates und ist bemüht, kreative Ideen umzusetzen, und zwar unabhängig davon, ob es um die Förderung von Mandatsbeziehungen geht oder den Kanzleialltag im Allgemeinen. Ich denke da im Besonderen an Projekte, wie Health and Wellbeing, die Noerr Sommerakademie oder Ähnliches, die auch federführend von Associates initiiert und betreut werden.

Ihren Berufseinstieg haben Sie damals nicht bei Noerr, sondern einer anderen internationalen Großkanzlei genommen – warum wollten Sie wechseln?
Mein Wechsel war durch verschiedene Faktoren motiviert. Entscheidend ist es, den "richtigen" Arbeitgeber zu finden, ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, das richtige Team zu finden. Die Gesamtumstände müssen stimmen, damit sich Associates bestmöglich entwickeln können, gefördert und gefordert werden - am Ende kommt es entscheidend auf die Kanzleikultur an. Spannende und herausfordernde Mandate findet man - sicher in Abstufungen - in jeder Kanzlei, ein kollegiales und faires Umfeld, in dem ein gutes Miteinander an erster Stelle steht, ist nicht selbstverständlich und eine große Stärke von Noerr.

Würden Sie sagen, dass Noerr den idealen Raum bietet, um zu wachsen, sich zu entfalten und vielfältige Stärken zu entwickeln?
Ich kann definitiv sagen, dass durch die Struktur der Teams und die Vielfalt der Mandate Noerr einem einen Raum bietet, um zu wachsen und sich zu entfalten. Ich stolpere bei Ihrer Frage etwas über die Formulierung "idealer Raum". Mein Eindruck ist, dass wir als Kanzlei sehr heterogen sind und jeder seinen Platz finden kann, es gibt nicht so sehr den stereotypen Noerr-Anwalt. So verstanden arbeitet Noerr sicherlich daran, einen idealen Raum zu schaffen.

>>Ein respektvoller und kollegialer Umgang und eine gute Fehlerkultur haben für mich absolute Priorität.<<

Wenn Sie von Unternehmenskultur sprechen, was ist für Sie das wichtigste bei einem Arbeitgeber?
Ein respektvoller und kollegialer Umgang und eine gute Fehlerkultur haben für mich absolute Priorität. Wer erstklassige Rechtsberatung anbieten möchte, braucht ein gutes Team und gegenseitige Unterstützung. Nur wenn wir an einem Strang ziehen und man ohne Scheu signalisieren kann, dass man Unterstützung benötigt, können wir das sicherstellen. Letztlich sind wir als Dienstleister unseren Mandanten verpflichtet und die haben beste Qualität unserer Arbeitsprodukte verdient.

Haben Sie das Gefühl, dass diese Erwartungen bei Noerr erfüllt werden?
Ja. Die Partnerinnen und Partner betonen immer wieder, dass unser Job kein Sprint, sondern ein Marathon ist. Es ist essentiell, dass man auf seine eigenen Ressourcen achtet und offen anspricht, wenn es Probleme gibt. Ich habe bereits selbst erfahren, dass es keine leeren Worte sind, sondern die geäußerten Bedürfnisse ernst genommen werden. Meine Beobachtung bisher ist, dass Noerr auch und gerade schwierige und kritische Themen ernst nimmt und zu lösen versucht. Das macht für mich eine gute Kanzleikultur aus.

Hat sich der Wechsel gelohnt? Was war neu für Sie?
Für mich war der Wechsel genau die richtige Entscheidung. Ich habe das Gefühl, bei Noerr einen Ort gefunden zu haben, an dem ich nicht nur in meiner Anwaltspersönlichkeit wachsen kann, sondern mich auch über die Mandatsarbeit hinaus einbringen kann.
Neu war für mich die Nähe zum Mandanten und die Einbindung in Mandate. Es macht einen großen Unterschied, ob man mittendrin ist oder nur aus dem „Back-Office“ zuarbeitet. Derart in Mandate und Teams integriert zu sein, fördert nicht nur die persönliche Entwicklung, sondern auch die eigene Zufriedenheit.
Trotz meiner Berufserfahrung, war meine Lernkurve in den letzten Monaten spürbar. Ich habe deutlich mehr Eigenverantwortung übernehmen dürfen, bin oft erste Ansprechpartnerin für unsere Mandaten und habe zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, in der letzten Reihe zu stehen. Meine Chefs nehmen ihren Ausbildungsauftrag ernst und geben einem nie das Gefühl, unnötige Fragen zu stellen. Das schätze ich sehr.

>>Mich persönlich fasziniert die Frage, wie die „Kanzlei der Zukunft“ aussehen wird.<<

Kommen wir noch mal auf das "Bewegen" zurück: Wie sieht das z.B. ganz konkret aus?
Mich persönlich fasziniert die Frage, wie die „Kanzlei der Zukunft“ aussehen wird. Bewerber/innen stellen heute andere Anforderungen an ihren Arbeitgeber als noch vor ein paar Jahren. Corona hat zu einem Umdenken geführt. Heute wollen Bewerber/innen mehr Flexibilität – ob Home Office oder Teilzeitmodelle. Darüber hinaus kursieren viele "Horrorgeschichten" über Großkanzleien, was sicher den ein oder anderen abschreckt. Es macht Spaß, sich zu all diesen Themen mit Equity Partnern und Associates auszutauschen. Wir brainstormen gemeinsam und überlegen uns Konzepte, wie wir uns als Kanzlei positionieren wollen. Eine Kollegin von mir hat gemeinsam mit einem Partner und einer Partnerin eine Health-Kampagne gestartet, wieder eine andere Kollegin setzt sich intern für Frauenförderung und Frauen-Networking ein. Wer interessiert ist sich einzubringen, der findet bei Noerr seinen Platz.

Sehen Sie noch Verbesserungspotenzial oder würden Sie sagen, Noerr hat alles, was eine Kanzlei heute haben sollte.
Perfection is the enemy of progress. Natürlich gibt es Verbesserungspotenzial, aber das ist doch etwas Gutes. Solange wir sehen, dass wir Dinge besser machen können bleiben wir offen für Veränderung und damit dynamisch. Ich sehe die große Stärke der Kanzlei in der Bereitschaft für Veränderung - jeder Einzelne will die Kanzlei voranbringen, wir wollen als Kanzlei noch besser werden. Der "Upward-Spirit", der in der Kanzlei herrscht, ist motivierend und nicht selbstverständlich.

Was sind die drei Gründe, warum man sich in jedem Fall in der Bewerbungsphase auch Noerr anschauen sollte?
Noerr bietet ein kollegiales und dynamisches Arbeitsumfeld, fördert individuelle Stärken und legt Wert auf Authentizität.

Zum Abschluss noch eine etwas unorthodoxe Frage. Bezogen auf Noerr, wovon erzählen Sie Ihren Freunden/Ihrer Familie gerne?
Ich betone immer wieder das angenehme Arbeitsklima und berichte gerne von unseren sozialen Events. Mir ist keine Kanzlei bekannt, die so viele soziale Aktivitäten anbietet, wie Noerr. Ob Afterwork-Drinks, Team-Lunchs, Fachbereichstreffen, Betriebsausflüge oder Weihnachtsfeiern, die Kanzlei bemüht sich, den Teamzusammenhalt zu fördern und ermöglicht es, sich fach- und standortübergreifend ein Netzwerk aufzubauen. Darüber berichte ich gerne zuhause.

Vielen Dank für das Interview!