Secondment bei A4A in Washington DC

Dr. Tim Uschkereit | war Counsel | Regulatory | Büro München: Ein dreimonatiges Secondment beim US-Airlineverband Airlines for America (A4A) in Wahington DC, mein Büro in Sichtweite zum Weißen Haus, Kapitol und den Präsidentendenkmälern, die Begleitung von nationalen und internationalen Gesetzgebungsverfahren sowie politischen Initiativen im US-Machtzentrum – ich bin sehr dankbar für diese wertvolle Erfahrung.

Internationales Secondment in einer Großkanzlei? 

Internationale Secondments sind fester Bestandteil der Associate-Ausbildung bei Noerr und werden geeigneten Associates ab dem dritten Berufsjahr ermöglicht. Organisatorisch und finanziell wird der Associate durch Noerr großzügig unterstützt. Ziel des Secondments ist, durch die Vernetzung mit ausländischen Kollegen die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit zu schaffen und das Verständnis des jungen Anwalts für ausländische und internationale Rechtsfragen zu vertiefen. Der Secondee vertritt und profiliert hierbei Noerr bei ausländischen Kanzleien und Unternehmen.

Das Secondment eines Experten im Bereich Regulierung und öffentliches Wirtschaftsrecht bei einem Verband in den USA stellt sicher nicht den „Normalfall“ dar. Üblicher sind Aufenthalte bei Unternehmen und befreundeten Kanzleien. Möglich wurde die Mitarbeit durch eine langjährige Mandatsbeziehung zum Verband und den von ihm vertretenen US-Airlines. Der Aufenthalt beim Airline-Verband hatte den Vorteil, dass dieser die Interessen der US-Airlines und Logistikunternehmen bündelt und ich während des Secondments sowohl die Arbeitsweise der Rechtsabteilung des Verbands als auch die Zusammenarbeit mit den Rechtsabteilungen der Unternehmen kennenlernen konnte.

Mein Arbeitsalltag in Washington 
Wie arbeiten und kommunizieren Verbände, Unternehmen und ihre externen Rechtsberater in den USA miteinander – mein Secondment lieferte hierzu jeden Tag eindrucksvoll Anschauungsunterricht. Hierbei lernte ich die General Counsel und Rechtsanwälte aus den Rechtsabteilungen der größten Airlines der Welt kennen und arbeitete an Gesetzgebungsvorhaben und Fragestellungen mit, die nationale und internationale Themen betreffen und – oftmals zeitlich versetzt – auch in Europa von wesentlicher Bedeutung sind. Bei Telefonkonferenzen, persönlichen Besprechungen und politischen Veranstaltungen erhielt ich wertvolle Einblicke in das juristische und politische Tagesgeschäft in Washington. Besonders interessant war schließlich der Austausch mit Abgeordneten, Ausschüssen sowie Ministerien und die Zusammenarbeit bei Gesetzesinitiativen über die Governmental Affairs-Abteilung des Verbands.

Fazit 

Das Secondment in Washington war für mich die perfekte Gelegenheit, bestehende Mandatsbeziehungen zu stärken, meine internationalen Kontakte zu erweitern und Noerr vor Ort zu profilieren. Nebenbei ermöglichten die vergleichsweise moderaten Arbeitszeiten das Erkunden der Stadt und weiterer Landesteile, den Besuch zahlreicher Sportveranstaltungen und das Knüpfen neuer Kontakte sowie Freundschaften. Um möglichst viel vom Secondment mitzunehmen, empfiehlt es sich, ein gesundes Maß an Eigeninitiative an den Tag zu legen und offen auf die Menschen vor Ort zuzugehen.